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am 23. August 2013

NÖ Verkehr: Schienen rein statt raus!

- Die Verkehrspolitik in Niederösterreich läuft falsch. Sehr falsch. Statt den Ausbau des öffentlichen Verkehrs zu forcieren und Geld in die Hand zu nehmen, um bestehende Öffiverbindungen zu verbessern, reißt die ÖVP Schienen raus und kappt angeblich unrentable Strecken komplett.

​Madeleine Petrovic und Gottfried Lettner sind entsetzt. Bald werden auch die restlichen Gleise der Ybbstalbahn weg sein.
Alle Umfragen und neue Studien bestätigen: Die Menschen wollen und brauchen eine kostengünstige Alternative zum Auto.
Warum die ÖVP das ignoriert, lässt sich nur damit erklären, dass die Straßenbau- und Frächterlobby noch größeren Einfluss auf die Politik hat, als​ es derzeit die PendlerInnen und Öffi-Anbieter vermögen.
Das wird sich ändern. Der Druck wird steigen.
Für Niederösterreich kann es dann aber zu spät sein, denn die ÖVP hält stur daran fest, dass zuerste Bahnbetriebe eingestellt und dann auch Schienentrassen entfernt werden.
So geschehen dieser Tage im Ybbstal. Die Ybbstalbahn - ein Kulturgut - gibt es nicht mehr. Die letzten Schienen werden gerade entfernt. Ein Radweg soll nun auf der Trasse entstehen. Wir begrüßen Radwege natürlich, es wäre aber vor Ort Platz genug gewesen, um beides - Zug und Radweg - nebeneinander zu realisieren.
"Ein Schildbürgerstreich á la ÖVP. Über kurz oder lang muss das Schienennetz in NÖ massiv ausgebaut werden. Gleise die jetzt entfernt werden, müssen also neu verlegt werden. Das ist teurer, als hätte man gleich in den Erhalt und die Revitalisierung der Ybbstalbahn investiert", weiß die Grüne Klubobfrau Madeleine Petrovic schon jetzt.

Die Zeit ist reif für die grüne Verkehrswende

Autofahren ist stressig​, im Stau stehen ist nervenaufreibend, durch die steigende Zahl an Lkws auf der Straße und immer mehr Autos ist Autofahren auch gefährlicher und neuerdings wird Autofahren auch zur finanziellen Belastung.
Der Bedarf an immer mehr und breiteren Straßen steigt mangels Alternativen. Dadurch steigt für uns die Belastung durch Lärm und Staub. Ein Teufelskreis. Entlastungen verspricht die ÖVP durch mehr teure Umfahrungs-, Schnellsstraßen und Autobahnen. Das ist Irrsinn!
Der Verkehr wird von einer Straße auf die nächste verlagert - bis zu dem Zeitpunkt, wo auch diese Straßen so frequentiert sind, dass wieder neue gebaut werden müssen. Denn: Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten - wie die Entwicklung in Niederösterreich beweist.
Was also tun, um den Teufelskreis zu durchbrechen?

DIE LÖSUNG:

  1. Weg mit dem Tarifdschungel - her mit dem 365-Euro-Öffiticket für alle Bundesländer
Wien hat das 365-Euro-Ticket mit Erfolg eingeführt. Die Anzahl der Öffi-PendlerInnen hat sich verdoppelt. Tirol und Salzburg haben es in Planung, Vorarlberg ist auch in der Umsetzungsphase und Linz hat den günstigen Stadtverkehr eingeführt. Also: wenn man will, kann man um 1€ pro Tag zur Arbeit pendeln, die Alltags-Einkäufe erledigen​ oder Ausflüge machen. Warum also nicht auch in Niederösterreich?
Speziell im Wiener Umland, aber auch für PendlerInnen aus Wiener Neustadt, St. Pölten und dem Wienerwald haben Öffiverbindungen, die durch ein günstiges "All-inclusive-Ticket" noch attraktiver werden würden. Allein wenn nur ein Drittel der PendlerInnen dann auf Öffis umsteigen würde, würde das 1/3 weniger Autos auf den Straßen bedeuten. Also auch eine Entlastung auf der A2 zum Beispiel.

       2. Schienen rein statt raus
Statt Schienen rauszureißen, sollte man darüber nachdenken, wo Zugverbindungen geschaffen werden können. Warum nicht auch Unternehmen mit Förderungen "belohnen", die ihre Produkte via Schiene statt Lkw transportieren wollen und in Schienen für den Gütertransport investieren?

       3. Kombimöglichkeit Bus-Bahn-Rad
Das Vekehrswegenetz in NÖ muss als Einheit gedacht und geplant werden. Eine Mindestversorgung auch von kleinen, ländlicheren Gemeinden kann gewährleistet werden, wenn man Bus und Bahn besser aufeinander abstimmt. Stichwort Vertaktung und Taktverdichtung. Ein Radweg kann auch als Zubringer zum Zug dienen. Die Modelle des Carsharings oder des Anrufsammeltaxis bewähren sich dort, wo man den Menschen diese Möglichkeit aktiv mitteilt.
Ist doch eine tolle Idee, wenn ich nur mit einem Ticket die beste Variante für mich nutzen kann - je nach Laune. Derzeit sind Kombitickets für Bus und Bahn teuer und kompliziert zu berechnen. Die Fahrradmitnahme in Öffis ist oft nicht möglich und wenn, dann muss man dafür zahlen.

       4. Serviceopimierung
Angebot schafft Nachfrage. Ist so. Attraktive Öffiverbindungen, die uns schnell, bequem und sicher von A nach B bringen, boomen. Logisch, oder? Niemand steigt ins Auto und steht gerne im Stau, wenn er eine bequeme, schnelle und kostengünstige Alternative hat.
Das wollen wir, daran müssen wir arbeiten. Denn derzeit sind vor allem im ländlichen Bereich Öffis keine Altenative, weil man bis zu 3 Stunden für 1 Fahrt z.B. von St. Pölten nach Poysdorf braucht. Völlig indiskutabel. Das tut sich kein Mensch an, wenn er nicht muss.

Fazit: Packen wir's an!

Die Grüne Verkehrswende ist kein Wunschtraum, sondern umsetzbar. Natürlich nicht von Jetzt auf Gleich.
Aber die Vorteile liegen doch auf der Hand, oder? Menschen, Umwelt und Wirtschaft können nur profitieren. Investitionen zahlen sich nicht nur aus, sondern schrumpfen je mehr Menschen das neue Angebot nutzen.
Die Finanzierungsfrage stellt sich also nicht. Die Investitionen in ein günstiges Öffiticket und den Öffiausbau sind im Vergleich zu den teuren Umfahrungsstraßen ohnehin viel geringer.
Glaubst Du nicht?
Hier ein Beispiel:
Die Umfahrung Mistelbach kostet 125 Millionen Euro und wird - logischerweise - nicht von allen NiederösterreicherInnen genutzt. Es ist ein rein regionales Straßenbauprojekt.
Das 365-Euro-Öffiticket kostet laut ÖVP 10 Millionen Euro und ermöglich ausnahmslos jeder Niederösterreicherin und jedem Niederösterreich das Öffifahren, um 1€ pro Tag - sei es zum Pendeln in die Arbeit, zum Einkaufen, zum Besuchen der Verwandtschaft oder um einen Tagesausflug z.B. von Wiener Neustadt ins Waldviertel zu unternehmen.

Daher: Packen wir's an und beginnen mit der Einführung des 365-Euro-Öffitickets in Niederösterreich. ​
Kein Tarifdschungel mehr. Kombiniere Bus, Bahn und Rad um nur 1€ pro Tag.
Schritt 1 der Grünen Verkehrswende: Amrita Enzinger, Verkehrssprecherin der Grünen im NÖ Landtag, will das 365-Euro-Öffiticket für alle Nied​erösterreicher und Niederösterreicherinnen.
Auf Bundesebene hat Eva Glawischnig präsentiert, welche Maßnahmen noch zur Grünen Verkehrswende zählen. Alles zu unserem Schwerpunkt "Verkehr und Infrastruktur" gibt es zum Nachlesen. Hier...